Welche Nebenwirkungen können bei einer Chemotherapie erwartet werden?

Welche Nebenwirkungen können bei einer Chemotherapie erwartet werden? Abbildung

Chemotherapie wird angewendet, um verschiedene Formen von Krebs zu behandeln. Sie funktioniert entweder durch Abtöten der Krebszellen oder durch Verzögerung ihres Wachstums, um sie daran zu hindern, sich weiter zu vermehren.1 Chemotherapie greift jedoch nicht nur Krebszellen an, sondern sie kann ebenfalls gesunde Zellen im Körper abtöten oder deren Wachstum verlangsamen, was Nebenwirkungen mit sich bringt.1

Nicht jeder, der sich einer Chemotherapie unterzieht, wird schwerwiegende Nebenwirkungen feststellen;2 einige Patienten erleben möglicherweise ganz wenige, andere überhaupt keine.2 Ob diese bei Ihnen auftreten oder nicht, steht bei den meisten Therapieformen in keinem Zusammenhang mit dem Erfolg der erhaltenen Behandlung.3

Mögliche Nebenwirkungen und Wege, um mit diesen umzugehen3,4

Eine der häufigsten Nebenwirkungen der Chemotherapie ist die sogenannte Neutropenie. Weitere Nebenwirkungen, die bei Patienten während der Chemotherapie am häufigsten auftreten, und Strategien zu deren Bewältigung sind nachstehend aufgelistet. Die Liste ist nicht vollständig  und Sie sollten mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie Fragen oder Bedenken hinsichtlich Ihrer spezifischen Behandlung und der potenziellen Nebenwirkungen haben.

Anämie (Blutarmut)

Chemotherapie kann die Anzahl der zirkulierenden roten Blutkörperchen verringern; dieser Zustand ist als Anämie oder Blutarmut bekannt.5

Chemotherapie kann die Anzahl der in Ihrem System zirkulierenden roten Blutkörperchen verringern; dieser Zustand ist als Anämie oder Blutarmut bekannt.5 Rote Blutkörperchen sind von entscheidender Bedeutung für die Verteilung des Sauerstoffs in Ihrem gesamten Körper, daher kann Anämie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und Atemnot zur Folge haben.6

Möglichkeiten zur Bewältigung von Anämie umfassen:

  • Halten Sie Ruhe und Aktivität im Gleichgewicht7
  • Nehmen Sie Nahrung zu sich, die reich an Protein und Eisen ist, wie Fleisch, Eier und Spinat7
  • Fragen Sie Ihren Arzt nach medizinischen Spezialbehandlungen; möglicherweise benötigen Sie eine Bluttransfusion oder Medikamente7

Appetitlosigkeit

Chemotherapie kann bei Ihnen Appetitlosigkeit sowohl durch Übelkeit als auch durch Brechreiz sowie durch Veränderungen Ihres Geschmacks- und Geruchssinns verursachen.8

Wenn Sie unter Appetitlosigkeit leiden, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Nehmen Sie reichlich Flüssigkeit zu sich, um einer Dehydrierung vorzubeugen8
  • Nehmen Sie täglich 5 oder 6 kleine, nahrhafte Mahlzeiten zu sich anstatt 3 großer Mahlzeiten8
  • Seien Sie aktiv; kurze, tägliche Spaziergänge können helfen, Ihren Appetit anzuregen8

Blutungen und/oder Blutergüsse

Chemotherapie kann die Anzahl der Blutplättchen in Ihrem Blut verringern; dies erhöht Ihr Risiko für Blutungen oder Blutergüsse.9

Zur Minimierung dieses Risikos:

  • Nehmen Sie keine rezeptfreien Präparate wie Ibuprofen oder Aspirin ein, da diese das Blutungsrisiko erhöhen können9
  • Vermeiden Sie Alkohol9
  • Putzen Sie Ihre Zähne behutsam mit einer weichen Zahnbürste, um das Zahnfleisch nicht zu beschädigen, und verwenden Sie keine Zahnseide, da diese Blutungen verursachen kann9
  • Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie Messer oder andere scharfe Gegenstände benutzen9

Verstopfung und Durchfall

Krebstherapien können Verstopfung oder Durchfall bewirken.10,11

Wenn Sie an Verstopfung leiden, ist es wichtig:

  • Nahrung zu sich zu nehmen, die reich an Ballaststoffen ist; fügen Sie Ihrem Frühstück oder einem Smoothie Kleie hinzu10
  • Täglich mindestens 8 Tassen Flüssigkeit zu sich zu nehmen10
  • Sich leicht körperlich zu betätigen, beispielsweise täglich einen 15-30 Minuten langen Spaziergang zu machen10

Wenn Sie an Durchfall leiden, ist es wichtig:

  • Täglich 8 bis 12 Tassen Wasser, Fruchtsaft oder klare Suppe zu trinken, um Dehydrierung vorzubeugen12
  • Täglich 6 bis 8 kleine, nahrhafte Mahlzeiten anstatt 3 großer Mahlzeiten zu sich zu nehmen11
  • Nahrung zu sich zu nehmen, die Kalium und Natrium enthält, wie Bananen11,12 

Ödem

Ein Ödem ist die Ansammlung von Flüssigkeit im Körpergewebe, was insbesondere in Ihren Füßen und Beinen zu Schwellungen führt.13

Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um sich wohler zu fühlen und die mit dem Ödem verknüpften Schwellungen zu mindern, umfassen Folgendes:

  • Tragen Sie bequeme Kleidung und Schuhe13
  • Verzichten Sie auf salzige Nahrung wie Kartoffelchips, Speck und Dosensuppen13
  • Machen Sie kurze Spaziergänge, um Ihren Kreislauf anzuregen13
  • Nehmen Sie Medikamente zur Förderung des Wasserlassens (Diuretika)13

Ermüdung und Erschöpfung

Im Allgemeinen hat Chemotherapie einen Gesamtverlust von Energie zur Folge; einige Patienten können extreme Erschöpfung erleben.14

Sie können Ermüdung und Erschöpfung mindern, indem Sie Folgendes tun:

  • Planen Sie Ihren Alltag, um Auszeiten zu ermöglichen, und setzen Sie Prioritäten für Ihre täglichen Aktivitäten, um die wichtigsten Aufgaben in Angriff zu nehmen, wenn Sie sich am besten fühlen14
  • Machen Sie regelmäßig körperliche Übungen; fangen Sie langsam an (mit 15 Minuten spazieren gehen oder Rad fahren täglich), und verlängern Sie dann jeden Tag nach und nach die Dauer Ihrer Übungen5,15
  • Vermeiden Sie Koffein und Alkohol14,15
  • Machen Sie einen Termin mit Ihrem Ernährungsberater, um etwas über Nahrungsmittel zu erfahren, die Ihnen bei der Stärkung Ihrer Energie helfen, beispielsweise protein- oder kalorienreiche Nahrung14
  • Schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an und treffen Sie sich mit einem Berater oder einer psychosozialen Fachkraft; diese können Ihnen helfen, mit Ihren Gedanken und Gefühlen zurechtzukommen5,14

Haarausfall

Chemotherapie beeinträchtigt ebenfalls die für Ihren Haarwuchs verantwortlichen Zellen, daher stellt Haarausfall (Alopezie) eine häufige Nebenwirkung der Chemotherapie dar.

Dies betrifft sämtliche Haare: nicht nur die Haare auf Ihrem Kopf, sondern zusätzlich Körperhaare, Augenbrauen und Augenlider.16,17

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um Haarausfall zu bewältigen oder damit zurechtzukommen:

  • Behandeln Sie Ihr Haar behutsam, verwenden Sie eine Haarbürste mit weichen Borsten oder einen breitzackigen Kamm16
  • Vermeiden Sie Produkte, die möglicherweise Ihre Kopfhaut reizen, wie Haargels, Föhns oder Glätteisen16
  • Wenn Sie lange Haare haben, mag es hilfreich sein, dieses kürzer schneiden zu lassen, bevor es auszufallen beginnt, um die Auswirkung des Haarausfalls zu minimieren; vielleicht möchten Sie aber auch Ihren Kopf komplett rasieren, um einen uneinheitlichen Effekt zu vermeiden16
  • Wenn Sie planen, sich eine Perücke zu kaufen, möchten Sie möglicherweise eine kaufen, während Sie noch Haare besitzen, um Ihre eigene Haarfarbe so genau wie möglich anzupassen16
  • Bequeme Schals oder Turbane bieten jenen, die keine Perücke tragen möchten, eine gute, stilvolle Alternative16
  • Das Tragen einer „Kühl- oder Kältehaube“ während und nach der Chemotherapie kann Haarausfall verhindern. Die Verwendung ist stark von der Art ihres Krebses abhängig. Zum Beispiel sollte Sie nicht bei Leukämie, Lymphomen oder Melanomen eingesetzt werden, da wissenschaftlich noch nicht belegt ist, wie die Kältehaube die Wirkung der Chemotherapie beeinflusst. Fragen Sie Ihre Krankenschwester/ -pfleger oder Ihren Arzt nach dieser Möglichkeit17

Häufig wachsen die Haare 2-3 Monate nach Beendigung der Chemotherapie wieder nach.16 Anfangs mögen Sie anders aussehen als zuvor und sogar eine andere Farbe haben, aber mit der Zeit können sie fast genauso aussehen wie früher, bevor Sie mit der Behandlung begonnen haben.16

Lymphödem

Dieser Zustand tritt auf, wenn das lymphatische System beschädigt oder blockiert ist, und die Flüssigkeitseinlagerung kann Schwellungen an Ihren Armen und Beinen sowie an Ihrem Kopf oder Nacken verursachen.18

  • Tragen Sie Kompressionskleidung um den oder die betroffenen Bereich(e)18
  • Verschaffen Sie sich Bewegung, um die Körperflüssigkeiten in Fluss zu halten, insbesondere an den Stellen, wo das Lymphödem entstanden ist18
    • Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenschwester/ -pfleger, welche körperlichen Übungen für Sie am besten geeignet sind

Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen

Während oder nach Beendigung der Therapie stellen Sie möglicherweise Gedächtnis und Konzentrationsprobleme fest.19

Einige Menschen erleben lediglich geringfügige Probleme, während andere größere Schwierigkeiten haben.19

Wenn Sie an Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen leiden, versuchen Sie Folgendes:

  • Führen Sie die wichtigsten Aufgaben zu der Tageszeit aus, zu der Sie sich am besten fühlen19
  • Stellen Sie sicher, dass Sie genug Schlaf bekommen, und planen Sie viele Ruhephasen in Ihren Tagesablauf ein; kurze Nickerchen für weniger als eine Stunde mögen ebenfalls hilfreich sein, doch längere Schläfchen am Tag könnten es erschweren, nachts zu schlafen19
  • Machen Sie regelmäßige körperliche Übungen; dies kann Ihnen helfen, Stress abzubauen und sich wacher zu fühlen19
  • Schreiben Sie Dinge auf und fertigen Sie Listen mit wichtigen Informationen wie Namen und Telefonnummern an19

Probleme im Mund- und Rachenraum

Chemotherapie kann Veränderungen Ihres Geschmacks- oder Geruchssinns oder Schmerzen oder Schwellungen im Mund verursachen; sie kann weiterhin zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber heißen oder kalten Speisen führen.20

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um diese Symptome zu handhaben (oder in einigen Fällen, diese zu vermeiden):

  • Planen Sie einen zahnärztlichen Check-up ein, bevor Sie mit der Therapie beginnen, und informieren Sie Ihren Zahnarzt über die bevorstehende Behandlung20
    • Sämtliche notwendigen Zahnbehandlungen können dann vor Beginn der Therapie durchgeführt werden20
  • Überprüfen Sie Ihren Mund täglich auf wunde Stellen oder Flecken, und spülen Sie Ihren Mund mit einer Kombination aus warmem Wasser, Natron und Salz aus20
  • Verwenden Sie beim Zähneputzen eine weiche Zahnbürste, um zu verhindern, dass wunde Stellen oder Verletzungen entstehen, und vermeiden Sie die Verwendung von Zahnseide20
  • Wenn Sie einen wunden Mund oder Rachen haben, nehmen Sie weiche und einfach zu schluckende Nahrung zu sich; vermeiden Sie Nahrungsmittel, die Ihren Mund reizen können, wie salzige, knusprige, scharfe oder zuckerhaltige Speisen20
  • Wenn Sie einen trockenen Mund haben, stellen Sie sicher, dass Sie reichlich Flüssigkeit trinken, um Karies und Mundinfektionen vorzubeugen20

Übelkeit und Brechreiz

Übelkeit und Brechreiz sind häufige Nebenwirkungen der Chemotherapie.21

Wenn Sie an Übelkeit und Brechreiz leiden, versuchen Sie Folgendes:

  • Bitten Sie Ihren Arzt um ein Medikament gegen Übelkeit22
  • Beugen Sie einer Dehydrierung vor, indem Sie reichlich Flüssigkeit wie Mineralwasser, Fruchtsaft, Ginger Ale oder Tee trinken22
  • Vermeiden Sie fettige, gebratene, süße oder scharfe Speisen; wenn Ihnen vom Essensgeruch übel wird, versuchen Sie, kalte Speisen zu sich zu nehmen, oder warten Sie, bis warme Speisen abkühlen, bevor Sie diese essen22
  • Warten Sie nach der Behandlung mindestens 1 Stunde, bevor Sie etwas essen; einige Menschen haben festgestellt, dass ein kleiner Snack vor der Behandlung gegen Übelkeit hilft; dies funktioniert allerdings wohl nicht bei jedem22

Neurologische Probleme

Chemotherapie kann Nervenschäden verursachen, wodurch die Art und Weise, wie Sie Schmerzen, Kälte, Hitze und Druck empfinden, beeinflusst wird (sensorische Nerven).23

Andere Nerven, die betroffen sein können, umfassen Nerven, die zu den Muskeln hin verlaufen und Ihnen helfen, sich zu bewegen (motorische Nerven), sowie Nerven, die Blutdruck, Verdauung, Herzschlag, Temperatur und Harnausscheidung kontrollieren (vegetative Nerven).23

Zu Ihrem Schutz können Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen treffen:

  • Verringern Sie das Sturzrisiko, indem Sie Vorleger oder andere Hindernisse entfernen, über die Sie stolpern können23
  • Stehen Sie nach dem Sitzen oder Liegen langsam auf, insbesondere wenn Ihnen schwindelig ist23
  • Bringen Sie Geländer an den Wänden und im Badezimmer an, damit Sie sich festhalten und Ihr Gleichgewicht bewahren können, und legen Sie eine rutschfeste Matte in die Dusche oder Badewanne23
  • Schützen Sie sich mittels Topflappen vor Verbrennungen in der Küche und gehen Sie mit Messern und anderen scharfen Gegenständen vorsichtig um23
  • Tragen Sie sowohl drinnen als auch draußen Schuhe, um Ihre Füße zu schützen;23 überprüfen Sie Ihre Arme, Hände, Beine und Füße täglich auf Schnittverletzungen23
  • Tragen Sie warme Kleidung, wenn es kalt ist, um Ihre Hände und Füße zu schützen23
  • Gehen Sie die Dinge langsamer an und gestatten Sie sich bei deren Erledigung zusätzliche Zeit23

Schmerzen

Krebs und Chemotherapie können Schmerzen verursachen.24

Schmerzen sind nicht etwas, mit dem Sie „sich einfach abfinden müssen“; diese können Ihren Genesungsprozess beeinträchtigen, indem Sie Ihren Schlaf stören, Ihr Immunsystem schwächen und Ihre Stimmung beeinflussen.24 Schmerzkontrolle ist ein wichtiger Teil Ihres Behandlungsplans.24

Möglichkeiten zur Handhabung Ihrer Schmerzen umfassen:

  • Machen Sie in einem „Logbuch“ Aufzeichnungen über Ihre Schmerzen24
    • Halten Sie fest, wo die Schmerzen lokalisiert sind, welche Aktivitäten die Schmerzen verursachen und wann die Schmerzen beginnen
    • Stufen Sie die Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 ein und notieren Sie, was die Schmerzen verringert oder verstärkt
    • Nehmen Sie Ihr „Logbuch“ zu Ihrem nächsten Arzttermin mit 24
  • Nehmen Sie jedes verschriebene Schmerzmittel nach Anweisung ein
    • Warten Sie nicht solange mit der Einnahme Ihrer Medikamente, bis die Schmerzen unerträglich werden, und hören Sie nicht mit der Einnahme Ihrer Schmerzmittel auf, es sei denn, Ihr Arzt weist Sie an, dies zu tun.
    • Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenschwester, wenn Ihr Schmerzmittel Ihnen nicht länger zu helfen oder zu rasch nachzulassen scheint24
  • Sprechen Sie mit einem Schmerzspezialisten24
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Krankenschwester über Massagetherapie, Akupunktur, Biofeedback, Hypnose oder Physiotherapie24,25

Probleme mit Sexualität und Fruchtbarkeit (Männer und Frauen)

Sexuelle Beziehungen und Fruchtbarkeit sind wichtige Themen, und bevor Sie mit der Chemotherapie beginnen, sollten Sie verstehen, wie diese Ihre Fruchtbarkeit und Ihr Sexualleben beeinträchtigen könnte.26,27

Bei Männern kann eine Chemotherapie den Testosteronspiegel senken und das sexuelle Interesse verringern;26 bei Frauen kann eine Chemotherapie zu vorzeitiger Menopause und möglicherweise zu Unfruchtbarkeit führen.27

Es ist wichtig, dass Sie sich informieren und Entscheidungen hinsichtlich der Auswirkung der Chemotherapie auf Sexualität und Fruchtbarkeit treffen.

  • Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Krankenschwester/ -pfleger bestätigen, dass es okay ist, während der Chemotherapie sexuell aktiv zu sein26
  • Männer sollten während des Behandlungszeitraums Kondome benutzen, da im Sperma möglicherweise noch Spuren der Medikamente gefunden werden können26
  • Frauen sollten während der Chemotherapie und mindestens 6 Monate lang nach der chemotherapeutischen Behandlung Verhütungsmittel anwenden, da die chemotherapeutischen Arzneimittel ihre Eier schädigen können26–28
  • Besprechen Sie potenzielle Probleme bezüglich der Fruchtbarkeit mit Ihrem Arzt, bevor Sie eine Chemotherapie beginnen; falls es wahrscheinlich ist, dass die Behandlung zu Unfruchtbarkeit führt, informieren Sie sich über die verfügbaren Optionen, wenn Sie später Kinder haben möchten26,27
    • Männer könnten mittels Verfahren wie Kryokonservierung (Sperma-Banking) oder testikulärer Spermienextraktion Sperma aufbewahren lassen26
    • Frauen könnten mittels Verfahren wie Ovarialgewebe-Banking oder Eier-Banking Eier aufbewahren lassen27

Veränderungen der Haut und Nägel

Chemotherapie kann schnell wachsende Haut- und Nagelzellen beschädigen, was zu trockener, juckender und sich abschälender Haut führt.29

Treffen Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen, um Infektionen zu vermeiden, Ihre Haut zu schützen und den Juckreiz zu lindern:

  • Verwenden Sie milde Seifen, die Ihre Haut schonen29
    • Bitten Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenschwester, Ihnen geeignete Lotionen und Seifen zu empfehlen, und fragen Sie nach Produkten, die Sie vermeiden sollten
  • Schützen Sie Ihre Haut durch Verwendung von Lotionen oder Antibiotika gemäß den Empfehlungen Ihrer Krankenschwester oder Ihres Arztes29
  • Vermeiden Sie es, wunde Bereiche zu rasieren29
  • Verwenden Sie Sonnencreme und einen Lippenpflegestift, wenn Sie sich im Freien aufhalten, und tragen Sie locker sitzende Kleidung und einen Hut mit breiter Krempe, um sich vor der Sonne zu schützen29
  • Zur Vermeidung trockener, juckender Haut
    • Nehmen Sie lauwarmes Wasser zum Duschen und Baden und tragen Sie Lotion auf die Haut auf, während diese noch ein bisschen feucht ist29
    • Halten Sie Ihr Zuhause kühl und feucht29
    • Verzichten Sie auf die Verwendung alkohol- oder parfümhaltiger kosmetischer Produkte29
  • Nehmen Sie gesunde Nahrung zu sich und trinken Sie reichlich Flüssigkeit, um Ihre Haut feucht zu halten29
  • Schützen Sie Ihre Nägel, indem Sie beim Abwaschen, bei der Gartenarbeit und beim Hausputz Handschuhe tragen; halten Sie Ihre Nägel kurz geschnitten29

Schlafprobleme

Studien haben aufgezeigt, dass mehr als 50 % der Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, Schlafprobleme haben; Ursachen hierfür können Stress, Nebenwirkungen der Behandlung oder lange Krankenhausaufenthalte sein.30

Folgende Schritte können Ihnen helfen, besser zu schlafen:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Behandlungsformen zur Linderung von Nebenwirkungen wie Blasen- oder Magen-Darm-Probleme, die Ihren Schlaf unterbrechen30
  • Fragen Sie Ihren Arzt nach kognitiver Verhaltenstherapie (KVT); viele Menschen stellen fest, dass diese ihnen beim Entspannen hilft und positive Gedanken und Vorstellungen über den Schlaf fördert30
  • Folgen Sie einem Rhythmus: Gehen Sie nur zu Bett, wenn Sie sich schläfrig fühlen, und stehen Sie auf, wenn Sie nicht einschlafen können; kehren Sie erst zurück, wenn Sie wieder müde sind30
  • Vermeiden Sie, vor dem Schlafengehen zu viel zu essen oder zu trinken; versuchen Sie, in den Stunden vor dem Schlafengehen keine körperlichen Übungen zu machen30
  • Fragen Sie Ihren Arzt, ob das Verschreiben von Schlafmitteln hilfreich für Sie sein könnte30

Harn- und Blasenprobleme

Chemotherapie kann die Zellen in den Nieren oder der Blase schädigen und das Risiko für Blaseninfektionen erhöhen.31

Chemotherapie kann die Zellen in den Nieren oder der Blase schädigen und das Risiko für Blaseninfektionen erhöhen.31 Veränderungen von Farbe und Geruch des Harns sind normal.31

Hilfe zur Vorbeugung gegen Blaseninfektionen:

  • Trinken Sie täglich mindestens 8 Tassen Flüssigkeit und vermeiden Sie Koffein, alkoholische Getränke, Rauchen und scharfe Speisen, die allesamt Blasenprobleme verschlimmern können31
  • Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenschwester, wie Sie Ihr Risiko für das Entstehen einer Blaseninfektion verringern können; Ratschläge umfassen oft das häufigere Wasserlassen, das Tragen von locker sitzenden Hosen und Baumwollunterwäsche sowie zu duschen anstatt ein Bad zu nehmen31

Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenschwester ruhig nach den möglichen Nebenwirkungen der Chemotherapie, nach der besten Vorgehensweise zur Vermeidung oder Linderung der Symptome und danach, welche Arten von unterstützender Behandlung zur Verfügung stehen.25,32 Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenschwester auf jeden Fall über jegliche Nebenwirkungen, die Sie möglicherweise feststellen, damit diese Ihnen helfen, damit umzugehen oder sie zu behandeln.2

Glossar

Referenzen

  1. Cancer.Net. Understanding chemotherapy. Accessed November 2015.
  2. National Cancer Institute. Side effects. Accessed November 2015.
  3. Cancer.Net. Side effects of chemotherapy Accessed November 2015.
  4. NHS. Side effects of chemotherapy. Accessed November 2015.
  5. Cancer.Net. Fatigue. Accessed November 2014.
  6. National Cancer Institue. Anemia. Accessed November 2015.
  7. National Cancer Institute.Managing chemotherapy side effects. Accessed November 2015.
  8. National Cancer Institute. Appetite loss. Accessed November 2015.
  9. National Cancer Institute. Bleeding and bruising (thrombocytopenia). Accessed November 2015.
  10. National Cancer Institute. Constipation. Accessed November 2015.
  11. National Cancer Institute. Diarrhea. Accessed 13 November, 2015.
  12. NHS. Diarrhea - treatment. Accessed November 2015.
  13. National Cancer Institute. Edema. Accessed November 2015.
  14. National Cancer Institute. Fatigue. Accessed November 2015.
  15. NHS. Self-help tips to fight fatigue. Accessed November 2015.
  16. National Cancer Institute. Hair loss (alopecia). Accessed November 2015.
  17. Cancer.Net. Hair Loss or alopecia. Accessed November 2015.
  18. National Cancer Institute. Lymphedema. Accessed November 2015.
  19. National Cancer Institute. Memory or concentration problems. Accessed November 2015.
  20. National Cancer Institute. Mouth or throat problems. Accessed November 2015.
  21. Macmillan. Possible side effects of chemotherapy. Accessed November 2015.
  22. National Cancer Institute. Nausea and vomiting. Accessed November 2015.
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  26. National Cancer Institute. Sexual and fertility problems (men). Accessed November 2015.
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  28. Breastcancer.Org. Fertility after chemotherapy. Accessed November 2015
  29. National Cancer Institute. Skin and nail changes. Accessed November 2015.
  30. National Cancer Institute. Sleep problems. Accessed November 2015.
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